Warum werden so viele Lebensversicherungen vorzeitig gekündigt?

Die Lebensversicherung hat sich – geht man nach der Meinung einiger Medien und Verbraucherschützer – einen schlechten Ruf erworben: Zu unflexibel – zu teuer. Zu Unrecht, wie Gabriele Fenner im Versicherungsjournal schreibt. Die Autorin beklagt darin, dass die anhaltende Negativberichterstattung in den Medien ein Stück weit für die sinkenden Neuabschlüsse verantwortlich gemacht werden können. Ob Lehman-Pleite oder Finanzskandale - stets war es die Lebensversicherung, die als unrentabel abgetan wurde. Dabei haben diese mit den Finanzkrisen überhaupt nichts zu tun: "Lebensversicherungen – selbst wenn sie zu den weniger ertragreichen gehören – haben bislang nicht zur massenhaften Geldvernichtung beigetragen", so Fenner weiter. Statt die Lebensversicherung als eines der wenigen sicheren Produkte zu fördern, würden selbsternannte Verbraucherschützer und kenntnislose Journalisten ihren Segen noch immer in weit risikobehafteteren Anlagen suchen. Damit redet eine unheilvolle Allianz ein Produkt klein, das im Grund die einzig sinnvolle Form der vermögensaufbauenden Geldanlage darstellt.

Stornovolumen auf historischem Höchststand

Ist das aber wirklich der Grund, warum so viele Versicherten Ihre Lebensversicherung kündigen? Das Stornovolumen beträgt aktuell insgesamt 14,4 Milliarden Euro, wie aus den Zahlen des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht. Dieser Wert markiert einen historischen Höchststand, meldet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Noch nie zuvor in der Geschichte wurde so viel Geld vorzeitig bei Vertragskündigung ausgezahlt. Damit stellt sich die Frage, nach den Gründen: „Arbeitslosigkeit und Verschuldung sind die häufigsten Gründe, eine Lebensversicherung vorzeitig zu kündigen“, schreibt die Verbraucherzentrale Hamburg auf Ihrer Webseite. Diese Angaben basieren auf einer Umfrage, die das demoskopische Institut Allensbach 2004 ermittelt hatte. Demnach sind also nicht die vermeintlich schlechten Renditen von Lebensversicherungen der Hauptgrund für die Kündigung – diese sind in Wirklichkeit ganz woanders zu suchen.

Wer früher spart, ist schneller reich

Bereits in jungen Jahren sollten sich Verbraucher Gedanken um ihre Altersvorsorge machen: Je früher man anfängt zu sparen, desto höher die Sparleistung. Dies trifft auch auf die Lebensversicherung zu. Auf die gesetzliche Rente mag sich kaum ein junger Arbeitnehmer verlassen, da diese nach Berichten der BILD kaum 43% des Bruttogehaltes abdeckt. Empfohlen wird daher, so früh wie möglich eine private Kapitallebens- oder Rentenversicherung abzuschließen: "Denn: je früher Sie einzahlen, desto größer der Gewinn (Zinseszinseffekt!)". Daher sind Verbraucher auch daran interessiert, Lebensversicherungen mit einer möglichst langen Laufzeit abzuschließen: Je länger die Laufzeit, desto höher die Rendite – so lautet die Faustregel, die sich auch anhand von Zahlen einschlägiger Ratinginstitute, wie z.B. Map-Report belegen lässt. So lag die Beitragsrendite zum Jahresende 2012 bei einer Laufzeit von 30 Jahren bei 5,01%, bei einer 20jährigen Laufzeit waren es 4,27% und bei 12 Jahren verzinsten sich die Beiträge nur noch mit 3,12%. Vor diesem Hintergrund erscheint also die Wahl eines lang laufenden Vertrages gar nicht so verkehrt.

Verkauf der Lebensversicherung als Ausweg aus der Privatinsolvenz

Wer seine Lebensversicherung verkauft, der tut dies also in der Regel nicht, weil er unzufrieden damit ist, sondern weil ihn die äußeren Umstände, die bei Vertragsabschluss noch nicht abzusehen waren, dazu zwingen. Erfreulich daran: Die Zahl der Privatinsolvenzen ist im Jahr 2013 insgesamt um 3,9% zurückgegangen. Die Zahlungsfähigkeit trat dabei im Durchschnitt bei einer Verschuldung von 28.000 EUR ein. Bemerkenswert ist auch das Nord-Süd-Gefälle der Verschuldung, das eine Dreiteilung Deutschlands aufzeigt: Im Norden Länder mit hoher Privatverschuldung: Schleswig-Holstein, Niedersachsen und die beiden Hansestadtstaaten, im Süden Bayern und Baden-Württemberg – in der Mitte die übrigen Länder. Als Hauptgründe für die Privatinsolvenz nennt Bürgel vor allem Arbeitslosigkeit, dauerhaftes Niedrigeinkommen, gescheiterte Selbstständigkeit, Immobilienfinanzierung, Trennung, Scheidung sowie Krankheit. Das deckt sich mit den Gründen für den Verkauf einer Lebensversicherung Gut, wer da noch eine Lebensversicherung hat, um das Schlimmste von sich abzuwenden.

Verbraucherschützer empfehlen den Zweitmarkt als Kündigungsalternative

Der Zweitmarkt für Lebensversicherungen bietet Versicherten die nötige Sicherheit, nicht nur monetär, durch einen Kaufpreis, der über Rückkaufswert liegt, sondern auch durch die Weiterführung der Police und Beibehaltung eines beitragsfreien Rest-Todesfallschutzes von dem angesparten Rückkaufswert zu profitieren und so eine drohende finanzielle Notsituation erfolgreich abzuwenden. Grundsätzlich könnte sich auch jeder Versicherte jederzeit durch Kündigung seinen Rückkaufswert vom Versicherer auszahlen lassen. Doch davor warnen regelmäßig die Verbraucherschutzverbände, wie beispielsweise die Verbraucherzentrale Bayern. Denn bei Kündigung erlischt der Versicherungsschutz sofort. Außerdem werden vom Rückkaufswert in der Regel hohe Stornokosten abgezogen. Deshalb empfehlen die Verbraucherzentralen, wie auch Stiftung Warentest den Verkauf der Police auf dem Zweitmarkt als Alternative zur Kündigung.

Folgende Alternativen zur Kündigung stehen Ihnen zur Verfügung:

Verkauf der Police     Verkauf mit Rückerwerbsoption     Policendarlehen

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